Sankt Meinrad

 Katholische Kirchengemeinde   Sankt Meinrad    78315 Radolfzell

Kirchengemeinde

Heiliger Meinrad von Reichenau

Lebensdaten:
Geboren vermutlich 797 in Sülchen bei Rottenburg am Neckar (Württemberg), gestorben am 21. Januar 861 in Einsiedeln (Schweiz).
Gedenktag: 21. Januar
Vita:
Meinrad hatte das Privileg, die Klosterschule der Benediktiner auf der Insel Reichenau besuchen zu dürfen. Später trat er in den Orden ein und wurde Mönch, Priester und Lehrer. Sein Lehrerberuf führte ihn in das Gebiet der heutigen Schweiz, in die Gegend des Dorfes Benken, wo er eine kleine Schule leitete. Meinrads großer Wunsch war es jedoch, als Einsiedler Gott ganz allein dienen zu können. Mit Erlaubnis des Abtes baute sich Meinrad - der Überlieferung nach im Jahr 828 - auf dem Etzelpass seine erste Klause. Heute steht dort die St. Meinradskapelle. Im Laufe der Zeit kamen viele Menschen zu Meinrad und suchten Rat bei ihm. Auch wenn er gerne half, war das doch nicht die Einsamkeit, die er eigentlich gesucht hatte. So zog er sich um das Jahr 835 in eine Einsiedelei im „Finsterwald“ zurück, wo ihm eine Äbtissin Heilwiga und fromme Männer beim Bau einer neuen Wohnstätte halfen. 26 Jahre lebte Meinrad in dieser Klause.

Meinradsstatue

Von Siegfried Fricker (1907-1976), Jestetten, gestaltete Holzstatue im Chorraum der
St. Meinradskirche, Radolfzell

Etzelkapelle

 Meinradskapelle am Etzelpass

Über Meinrads Tod erzählt die Legende:
Eines Abends bekam er Besuch von zwei Räubern. Da bei Meinrad nach wie vor viele Menschen Rat suchten, glaubten sie, bei ihm Schätze zu finden, die er als Gegenleistung für seine Hilfsbereitschaft erhalten hätte.
Meinrad, der wusste, in welcher Absicht die beiden Männer ge­kommen waren, bewirtete sie und sprach sie anschließend direkt auf ihre geplante Tat an. Er bat sie, nach der Tat am Kopf- und Fußende seines Leichnams eine brennende Kerze aufzustellen.
Nachdem die Räuber Meinrad erschlagen und vergeblich die erhoff­ten Schätze gesucht hatten, taten Sie, worum er sie gebeten hatte. Als sie die erste Kerze aus seinem nebenan liegenden Gebetsraum geholt hatten, fanden sie die zweite bereits brennend an seinem Kopfende vor. Daraufhin gerieten sie in Panik und ergriffen die Flucht. Die beiden zahmen Raben, die Meinrad aufgezogen hatte und die sich immer in seiner Nähe aufhielten, verfolgten nach dem Mord an Meinrad die Mörder. Die Bevölkerung wurde durch das Geschrei der Raben aufmerksam, fand Meinrads Leichnam und konnte die Männer festnehmen. Diese wurden daraufhin in Zürich hingerichtet.

Meinrads Gebeine wurden zunächst im Kloster Reichenau bestattet, im Jahr 1039 überführte man sie nach Einsiedeln in die Schweiz zur Einweihung des dortigen Klosters.
 

Wappen von Einsiedeln

Die beiden Raben Meinrads zieren als Erinnerung an den Heiligen noch heute das Wappen des Klosters (in Gold) sowie des Dorfes und des Bezirkes Einsiedeln (in Rot).

Kloster Einsiedeln

Klosterkirche in Einsiedeln, erbaut im Jahr 1735. Der Barockbau enthält eine Marienkapelle an der Stelle, wo sich der Gebetsraum von Meinrads Klause befunden haben soll.

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